Institut für Potenzialberatung, Köln

Evaluation - mal verständlich ausgedrückt

Evaluation bedeutet nicht mehr und nicht weniger, als dass die Umsetzung eines Projekts regelmäßig, systematisch und kritisch geprüft wird; dass man die ursprünglich gesetzten Ziele im Blick behält und sich im Projektteam ehrlich darüber austauscht, was erfolgreich verläuft und was nicht so gut funktioniert. Wenn die Stolpersteine erkannt und benannt sind, können entsprechende Lösungen gefunden werden.

Letztlich kann man nur "an der eigenen Nase gepackt" werden. Grundlage der Bewertung ist, was man selbst als Erfolg definiert und deklariert, letztlich: was man im Konzept oder Projektantrag festgeschrieben hat. Je genauer Ziele und Erfolgsmerkmale beschrieben werden, desto leichter ist ihre Überprüfbarkeit. Wenn Ziele nicht erreicht werden, muss überlegt worden, wo es hakt: Vielleicht waren die Ziele zu hoch gesetzt oder die Methoden sind nicht geeignet. Dann wäre eine Kurskorrektur erforderlich.

Jugendliche

Da ein Projekt nicht im Labor und luftleeren Raum stattfindet, müssen möglichst viele beteiligte Personen und Aspekte des Umfeldes in die Bewertung einbezogen werden: Werden die Personen erreicht, die man mit dem Projekt "beglücken" wollte? Hilft ihnen die Projektarbeit? Welchen Nutzen entfaltet das Projekt darüber hinaus? Welchen Stellenwert nimmt das Projekt in der Landschaft ein, was ist das Besondere daran? Welche aktuellen Entwicklungen und strategischen Partner sollten noch stärker einbezogen werden?

Wichtig ist auch, ob Aufwand und Ergebnis in einem ausgewogenen Verhältnis zueinander stehen. Wenn viele Ressourcen "verpulvert" werden oder die Projektmitarbeiter "aus dem letzten Loch pfeifen", stimmt sicherlich etwas nicht. Dann sollten die Strukturen und Abläufe kritisch überprüft, zusätzliche Ressourcen eingeworben oder die Prioritäten neu gesetzt werden.

Welche Methoden und Instrumente man zur Reflexion und Selbstevaluation wählt, hängt von verschiedenen Bedingungen ab: den Fördermodalitäten, Art, Umfang und Ausrichtung des Projekts, dem Projektmanagement aber auch vom eigenen "Geschmack". Man wähle die Instrumente, mit denen man gut arbeiten kann, die in die Projektabläufe passen und dem eigenen Denken am besten entsprechen. Es spricht viel dafür, Instrumente anzupassen oder selbst zu kreieren.

Bei allem gilt – Die Evaluation sollte nicht als lästige Pflichtübung, sondern als wertvolle Hilfestellung verstanden werden. Sie kann sogar Spaß machen.